Weihnachten im Hexenhaus

Eine Weihnachtserzählung

 von Sandra Wolf

 

Der Schnee liegt schwer und in der Stille der Nacht

             hört man es trippeln und wie jemand lacht.

 Spuren allüberall, man hört ein Feuer knistern und

             wie die hohen Tannen wispern:

 

„Es ist Weihnachtszeit, macht euch alle auf,

             zur Hex‘ im Wald, so ist es Brauch.“

 Der Hase der springt, der Fuchs hinterdrein –

             alle wollen pünktlich im Hexenhaus sein.

 

Jedes Jahr geschrieben mit Feder und Kiel

             entsteht das neue Weihnachtsspiel.

 Als letztes trifft ein Wichtel ein und sieht im hellen Feuerschein Tummetotts neben Füchsen und Zwergen – so klein.

 

Sie alle sitzen dicht gedrängt

und einem jedem wird von der Hexe eingeschenkt.

 Ein Tee aus dem Kessel mit Zauber versehn

             damit sich alle – ob Tier – ob Wichtel – verstehn.

 

Und wie jedes Jahr fragen sich alle – wer bekommt die Hauptrolle, wer das Licht?

             Dieses Jahr strahlt ein kleiner Wicht.

 Er spielt das für alle bekannte Engelein,

             das damals verkündete

                         jeder Kuh, jedem Schwein,

                                    das etwas geschehen sei in jener Nacht,

                                                die der Welt den Heiland gebracht.

 

Die Gans ist traurig, schaut mürrisch drein,

             auch dieses Jahr soll sie nur Tischdeko sein.

 Der Fuchs, der grinst und murmelt leis:

             „Kannst froh drüber sein, normal bist du Speis‘“

 Schick sieht er aus mit Frack und Weste

             und gibt den Kavalier auf diesem Feste.

 Nur sein Mundwerk ist manchmal gar widerlich,

             darum er schnell von Gans und Versuchung wich.

 

Die Eichhörnchen, flink, schnell und auf Zack

             bauen auch dieses Jahr die Bühne auf und ab.

 Alle schnattern, flattern, springen hin und her,

             da steht plötzlich am Kessel ein riesiger Bär.

 „Mal wieder zu spät“, brummt ein Troll,

             der diesmal soufflieren soll.

 

Der Bär ist der Hexe Liebste,

             was eine Maus – die Klatschtante – fiepste.

 Die Bärin, groß und eindrucksvoll,

             spielt auf dem Klavier „O Tannebaum“ in D-Moll.

 

 

So sind bald alle prächtig eingestimmt

             und es freut sich besonders ein kleines Hutzelkind,

                         dass all seine Freunde beisammen sind.

 Sie singen, knuspern und lernen Text

 – alles ist friedlich – wunderschön – wie verhext.

 

Dann naht der Abend der Aufführung:

 Die Ouvertüre spielt die Bärin mit Bravour

             und es steigt Gesang und Spiel zum Himmel empor.

 Es lauschen draußen die Sterne der Nacht

  ein Mäuschen wispert – der Vorhang wird aufgemacht.

 

Es singt ein Engelschor mit Trollen, Dachs & Biber

             ein tiefer Frieden geht auf die Anwesenden nieder.

 

Der Wichtel schwebt mit Hilfe des Zauberstabs vom Dach herab

  Zeil‘ um Zeile aufgesagt – gut gemacht.

 Selbst die Gans, die grinst bei diesem Feste

             und tanzt am Abend mit dem Kavalier in Frack und Weste.

 

Troll und Fee, Dachs und Biber – alle Jahre wieder –

             herrscht Friede im Wald – es erklingen Weihnachtslieder.

 Es ist eine schöne Zeit

 – Friede geht auf Erden nieder.

Kundenservice

Ich bin immer per Mail oder über das Kontaktformular erreichbar und freu mich schon auf eure Anfragen

 

Wolf_Sandra@hotmail.com

Informationen

Unter dem Menüpunkt "Preisliste" findest du die Kosten für meine Zeichnungen und selbst organisierten Kurse. Bei Kursen der VHS bitte den VHS-Link für weitere Informationen benutzen.

Postkarte: Tiger
Postkarte: Tiger