Hallo Welt!

Zähne Zeigen

Es gibt sie immer wieder: Situationen, in denen Position bezogen werden muss. In der Familie. Vor Kollegen. Dem Chef. Den Nachbarn. Es ist unbequem, lästig und kann zum Streit führen. Aber eine offene Streitkultur ist ein wichtiger Aspekt unserer Demokratie. Diese ist erkämpft worden. Demokratie fängt nicht an der Wahlurne an. Es gilt sie zu verteidigen, jeden Tag, jede Woche, jedes Mal aufs Neue. Seine Meinung sagen zu dürfen, ist richtig und wichtig. Aber Meinungen, die andere ausgrenzen, Ängste und Hass schüren, gilt es zu widersprechen. Nicht nur für das Heute, sondern damit es sich auch noch Morgen freiheitlich, rechtsstaatlich und sicher leben lässt. Schweigen hilft nicht. Wir müssen jetzt dagegen halten, damit sich Geschichte nicht wiederholt. Der Philosoph Ernst Cassirer beschrieb schon Mitte des 20. Jahrhunderts die zentralen Gefahren unserer modernen Kultur: "Jede Kultur ist manifest rückanfällig, jede ihrer Entwicklungsstufen reversibel. Gerade in Zeiten der Krise, Spannung und Unübersichtlichkeit droht die Gefahr eines entlastenden Rückfalls in maximal klar ordnende und wertende Deutungsmuster, (...)." Dem Juden Cassiere wurde 1933 sein Lehrstuhl der Philosophie in Hamburg entzogen. Im selben Jahr verließ er seine Heimat für immer. Und wieder skandieren Rechtsradikale auf offener Straße ihren Antisemitismus. Lass nicht zu, dass sich Geschichte wiederholt. Lass nicht zu, dass mit "das darf man doch mal sagen" Angst und Hass legitimiert und Halbwahrheiten verkündet werden. AfD, Pegida und das Erstarken der rechten Parteien in Polen, Ungarn, Österreich und Italien zeigen die Hinwendung zu genau den einfachen Feindbildern und Deutungsmustern, vor denen Cassirer bereits vor über 80 Jahren warnte. Ausgrenzung, Hass und Angst dürfen nicht die Antworten geben in einer schwierigen Zeit des Umbruchs, sondern Zusammenhalt, Streitkultur und der unbedingte Wille, unsere Freiheit zu verteidigen. Es ist nicht selbstverständlich, so zu leben wie wir. Deutschland ist reich. Deutschland ist sicher. Lass uns den Mund aufmachen, nicht nur wegen unserer Geschichte, sondern für die Zukunft. Bekenn dich zu Demokratie, Menschenrechte und Freiheit - laut und streitbar! 

 

Hallo Welt

Hallo Welt!

Heute habe ich keine Zeit für dich. Wenn ich erwachsen bin, geh ich dich besuchen. Jetzt bin ich 43 und sitze gerade einmal 50 km entfernt von meinem Heimatdorf in einem anderen Dorf und habe immer noch keine Zeit für dich. Jedes Jahr schau ich mir für zwei bis drei Wochen ein wenig von dir an. Streich an dir entlang und habe eine Ahnung, dass es da noch mehr gibt. Bald ist es soweit, bald mach ich mich auf den Weg, wenn die Kinder groß sind, das Haus abbezahlt ist, wenn ich genug gespart habe, wenn ich fitter bin, gesünder bin, meine Wunschländer sicherer. Eigentlich weiß ich, dass das immer so weitergeht und trotzdem ist das ein verdammt gutes Gefühl, dass du da bist und ich jetzt los könnte. Dich anschauen, andere Menschen und Kulturen besser verstehen. Vielleicht machen es ja meine Kinder und ziehen los. Vielleicht sitze ich, wenn ich alt bin immer noch hier, guck mir die Berge an und träume von dir. Wenn du ein Traum bist, dann möchte ich nicht aufwachen. 

Ich warte also noch ein wenig. Solange träume ich weiter und hey Welt, wir verstehen uns, irgendwann ist der Tag, dann zeig ich mich, trete raus aus meinem Alltag und lasse los. Dann zeigst du mir deine Wunder und ich bringe Geschichten in meinem Gepäck mit. Schreib sie auf und klebe ganz viel Fernweh drauf. 

 

Selten habe ich so viel Fernweh gehabt und soviel Spaß beim Lesen
Buchtipp: Weit. Ein Reisemagazin.

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